Ich stehe in der Schlange an der Supermarktkasse, warte so vor mich hin, der Blick schweift umher und bleibt an den Tetrapaks im Wagen vor mir hängen. Sie sind hellblau. "Fettarme Milch", denke ich. "Nee", wendet eine neunmalkluge Gehirnwindung ein, "steht Humana drauf." Rundruf an alle aktiven und inaktiven Speicherplätze, "Humana, weiß da wer was?" Aus längst vergessen geglaubten Tiefen kommt die Antwort, "Babynahrung!".
Babynahrung im Tetrapak? Ich bin irritiert und mache einen langen Hals und noch ein bischen länger, bis ich es lesen kann. Verblüfft lese ich "Babywasser".
Männern darf man nichts glauben. Obwohl ich das weiß, tappe ich doch immer wieder in diese Falle.
Anruf von der Warenannahme:"Hier ist ein Packerl für sie angekommen."
"Ja gut, ich hol es ab. Ist es schwer?"
"Nö, das ist ein ganz leichtes Packerl"
Fein, denk ich, das werden die bestellten Aktenhüllen sein.
... um das Ganze abzukürzen. Es waren nicht die Aktenhüllen, es war ein respektabler Karton voll mit Katalogen.
Mehr Arbeit als man bewältigen kann auf dem Schreibtisch zu haben, hat einen nicht zu überbietenden Vorteil. Alle betreten mein Büro nur noch auf Zehenspitzen und geben sich, auf die vorsichtigst gestellte Frage nach dem Fortschritt der Arbeit, mit einem bedauernden Kopfschütteln zufrieden.
ELENA, ein harmloser Name für die neue Datenkrake. Wenn sie dann mal genug Daten verinnerlicht hat, wird man fesstellen, dass es ausgesprochen schade ist, dass die da so ungenutzt rumliegen. Man könnte, gegen Gebühr natürlich, Arbeitgebern eine Art Schufa-Abfrage anbieten, die Auskunft gibt, ob ihr Bewerber der angeboten Stelle würdig ist oder ob in seinem Datensatz irgendwelche Abweichung von der Norm auftauchen.
Das ist jetzt natürlich total übertrieben und daran denkt natürlich niemand. Trotzdem wäre mir wohler, wenn es ELENA nicht gäbe.
Einerseits tut dieser regelmäßige Kurzarbeitmontag unheimlich gut. Andererseits passt die Arbeit irgendwie nicht in die noch zur Verfügung stehende Zeit. Alles ist so dicht gedrängt, dass kaum Zeit bleibt die Kollegin einzuarbeiten, die mich entlasten soll. Eine böse Falle, wenn das Abgeben der Arbeit länger dauert, als das selber machen.
Ich glaub jetzt brauch ich einen Schnaps. Mei, das war spannend bis zum Schluß.
Tut mir ja leid, liebe Bremer, aber diesmal war das nix mit dem Lederhosen ausziehen.